Pytanie
Przeczytaj dwa teksty na temat sąsiadów. Z podanych odpowiedzi wybierz właściwą, zgodną z treścią tekstu. Zakreśl jedną z liter: A, B, C albo D.
Tekst 1.
MEIN NACHBAR
Ich kann mich noch ganz genau an die Ursache unseres Streits erinnern. Es ging um einen jungen Apfelbaum, den unser Nachbar Robert Stöttner ein wenig zu dicht an den Zaun gepflanzt hatte. Ich hatte an diesem Tag Ärger in der Firma gehabt und bat den Mann nicht besonders höflich, „diesen Besen“ vielleicht woanders einzusetzen. Denn seine Äste würden in zehn Jahren in unseren Garten hängen und außerdem Schatten auf unsere Terrasse werfen.
Robert Stöttner kniff die Augen zusammen, holte einen Meterstab aus dem Haus und fragte mich bissig, ob ich mit so einem Instrument umgehen könne. Er habe den gesetzlichen Abstand genau eingehalten, und wenn mir etwas nicht passe, könne ich ihn ja verklagen. Sein Verhalten mir gegenüber änderte sich radikal. Früher waren wir prima miteinander ausgekommen, wir hatten in lauen Sommernächten so manche gemütliche Gartenparty zusammen gefeiert und einander geholfen, wo es nur ging. Jetzt wollten wir uns nicht guten Tag sagen.
Ich beobachtete unwillig, dass meine Frau den Kontakt zu Heike Stöttner nicht abbrach. Wenn sich die Frauen auch nicht mehr wie früher regelmäßig gegenseitig zum Kaffee einluden, so gingen sie sich doch nicht aus dem Weg. Wenn sie sich beim Einkaufen trafen, plauderten sie miteinander, als wären unsere Familien nach wie vor befreundet. Mehr als einmal redete ich Edith ins Gewissen. Ob sie denn gar keinen Stolz besäße, wollte ich wissen. Da wurde sie richtig böse und nannte mich einen sturen Esel. Ja, sie riet mir sogar, mit einer Entschuldigung bei den Stöttners diesen unklugen Streit aus der Welt zu schaffen. Wieso ich? Hatte ich den Baum gepflanzt? Und dass Robert Stöttner es nur darauf anlegte, mich zu ärgern, wurde von Tag zu Tag deutlicher. So kaufte er seiner Frau viel häufiger als früher ein neues Kleid. Als ob wir uns das nicht leisten könnten! Lächerlich! Edith war überrascht und erfreut zugleich, als ich mit ihr ein exklusives Modegeschäft aufsuchte. Das schicke Kostüm mit Pelzbesatz hatte ihr im Schaufenster so gut gefallen. Früher hätte ich es ihr ausgeredet. Wann würde sie ein so teures Stück schon angezogen haben? Aber jetzt kaufte ich es ihr, ohne mit der Wimper zu zucken. Von mir aus sollte sie es bei der Gartenarbeit tragen. Hauptsache, die Stöttner platzte vor Neid.
6.1. Wie reagierte der Erzähler auf den gepflanzten Baum?
A. Er riss den gepflanzten Baum aus der Erde heraus.
B. Er drohte dem Nachbarn, gegen ihn vor Gericht zu gehen.
C. Er maß den Abstand des Baumes von der Grundstücksgrenze genau.
D. Er machte eine unangenehme Bemerkung gegenüber dem Nachbarn.
6.2. Warum ärgerte sich der Erzähler über seine Frau?
A. Weil sie die Nachbarn zum Kaffee einlud.
B. Weil sie den Kontakt zur Nachbarin nicht abbrach.
C. Weil sie ihren Nachbarn als einen sturen Esel bezeichnete.
D. Weil sie so teure Kleidung wie ihre Nachbarin haben wollte.
6.3. Im Text geht es um
A. einen Streit zwischen früher befreundeten Nachbarn.
B. eine nachbarschaftliche Beziehung, die nie perfekt war.
C. zwei Nachbarn, die wegen ihrer Frauen in Konflikt geraten sind.
D. zwei Nachbarsfamilien, die sich wegen ihres materiellen Status gestritten haben.
Tekst 2.
NETTE NACHBARN
Überlegen wir doch selbst einmal: Wie viele unserer Nachbarn kennen wir überhaupt und mit wie vielen davon haben wir ein längeres Gespräch geführt? Wahrscheinlich können wir diese an einer Hand abzählen. Denn meistens bleibt es dann doch eher beim flüchtigen Gruß auf dem Hausflur – schade eigentlich.
Der Trend geht seit einiger Zeit dahin, dass man sich mit seinen Nachbarn auf Online-Portalen zusammenfindet. Sonst weiß man nicht viel über die Menschen, mit denen man sich eine Hausnummer teilt. Nur, dass der Typ aus dem Erdgeschoss sich zum dritten Mal in der Woche Pizza bestellt hat. Das wissen wir nicht, weil wir mit ihm reden, sondern weil wir wie unfreiwillige Stalker durch die Tür sein Gespräch mit dem Pizzaboten hören.
Jeder vierte Österreicher hat seinen Nachbarn mindestens einmal von seiner eher ungemütlichen Seite kennengelernt; die Hälfte aller Streitigkeiten wurde dabei durch Lärm verursacht. Es hat schon fast etwas Leidenschaftliches, wie wir uns über die kleinen Fehltritte des Nachbarn aufregen können. Entweder sind die Menschen, die in der Wohnung nebenan leben, zu kleinlich oder zu weitherzig, zu fremd oder zu neugierig. Es gibt keine andere Beziehung, in der der Konflikt so schnell wegen Nichtigkeiten zu eskalieren droht.
In einer Großstadt wünscht man sich meistens Anonymität, Privatsphäre im eigenen Heim. Es ist aber ein falsches Denken, dass wir uns in unseren eigenen vier Wänden ausleben können, ohne dass jemand etwas davon mitbekommt. Es scheint, als vergessen wir sehr schnell, dass unser Zuhause keine dichten Mauern hat. Es klingt schrecklich, aber in den meisten Fällen erkennt dein Nachbar deine besten Freunde schon vor deiner Tür an ihrem Gang, wenn sie sich deiner Wohnung nähern, und kann genau sagen, welche Musik du am liebsten (und zu laut!) hörst. Er weiß, ob du rauchst, wann du schlafen gehst und warum du dich mit deinem Partner streitest.
Das heißt aber nicht, dass das Zusammenleben nicht funktionieren kann. Man muss seinen Nachbarn nur ähnlich sehen wie einen Mitbewohner in einer Wohngemeinschaft. Den musst du auch nicht gleich lieben – aber immerhin zahlt er einen Teil der Miete und putzt manchmal. Dein Nachbar wird nicht immer nach deinem persönlichen Tagesrhythmus leben, aber immerhin deine Pakete annehmen und dir vielleicht mal Zucker leihen, wenn du keinen mehr hast.
6.4. Welche Tendenz in den nachbarschaftlichen Kontakten erwähnt der Autor des Artikels?
A. Die Nachbarn spionieren einander immer öfter nach.
B. Es gibt heutzutage mehr Nachbarschaftskonflikte als früher.
C. Immer häufiger treten Nachbarn online miteinander in Kontakt.
D. Immer mehr Menschen wissen die Nachbarschaftshilfe zu schätzen.
6.5. Welche Intention verfolgt der Autor im letzten Abschnitt des Artikels?
A. Er will Nachbarschaftskonflikte bagatellisieren.
B. Er will sich bei seinen Nachbarn für ihre Hilfe bedanken.
C. Er will den Lesern raten, friedlich mit ihren Nachbarn zu leben.
D. Er will das unangenehme Benehmen seiner Nachbarn kritisieren.
Odpowiedź nauczyciela
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