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GESICHTER SPRECHEN
Leyla erinnert sich an ihren Vater, der sagte: „Gesichter sprechen, sie sagen manchmal
mehr als Worte.“
Sie hat starkes Heimweh. Es begleitet sie auf dem Weg zur Arbeit, am Arbeitsplatz und auf
dem Weg ins Wohnheim. Nicht selten weint sie, möchte zurück nach Hause, zu den Eltern.
Die türkischen Freundinnen sind weit weg, ihrem strengen Chef will sie keine Schwäche
zeigen. Birgit, eine deutsche Kollegin, mit der sie zusammenarbeitet, nimmt sie dann
in den Arm. Leyla spricht zu ihr auf Türkisch. Birgit spricht Deutsch, trotzdem verstehen sie
sich. „Gesichter sprechen!“, wie recht ihr Vater hatte.
Immer besser lernt Leyla, Gesichter zu lesen. Fast immer gelingt ihr das, aber einmal nicht.
Ihre erste Zugfahrt in Deutschland. Zu Hause, in der Türkei, ist sie oft mit dem Zug gefahren.
Hier ist es die erste Reise allein. Sie will nach Köln, zu Freundinnen. Auf dem Bahnhof sucht
sie den Fahrkartenschalter. Kann ihn nicht finden und versucht, zwei junge Männer zu
fragen. Sie zeigt ihnen den Zettel mit der Adresse. Sie zeigen ihr den Bahnsteig und
den Zug, in den sie einsteigen muss. Mit Händen und Füßen erklärt sie, dass sie einen
Fahrschein braucht. Doch die Männer verstehen sie nicht. Sie bieten ihr Geld an. Sie steigt
ohne Fahrschein in den Zug ein.
Leyla schaut aus dem Fenster. Noch nie ist sie ohne Fahrschein gefahren. Sie wendet
den Blick vom Fenster ab und schaut direkt in die Augen des Schaffners. Er lächelt und fragt
nach dem Fahrschein. Mit Mimik und Körpersprache erklärt Leyla, dass sie keinen hat. Er
lächelt. Sie lächelt zurück. Er spricht, lang und viel, und Leyla lächelt, nickt und sagt: „Ja, ja.“
Der Schaffner gibt Leyla einen Fahrschein und sie bezahlt. Der Schaffner redet und redet. Er
stellt Fragen, und Leyla antwortet mit ja oder nein. Er gibt ihr einen Stift und Papier in die
Hand. Leyla notiert die Wohnheimadresse und erwartet ihren Strafzettel.
Nach zwei Wochen bekommt Leyla Besuch. Da steht plötzlich ein Mann mit einem großen
Blumenstrauß. Als er Leyla sieht, lächelt er. Sie wundert sich. Sie kennt ihn nicht. Der Mann
gibt ihr die Blumen und spricht. Sie versteht seine Worte nicht. Eine Frau übersetzt: „Michael
ist der Schaffner aus dem Zug. Du hast ihm die Adresse gegeben und wolltest ihn treffen.“
Erstaunt schauen die Frauen auf Leyla. Sich mit ihm treffen? Kennenlernen? Ihre Adresse
hat sie ihm notiert, weil sie dachte, dass sie eine Geldstrafe per Post bekommt. „Leyla,
Michael ist glücklich, dich kennenzulernen. Du hast an jenem Tag seine Bahnfahrt schön
gemacht.“
Na podstawie: Gün Tank, Die Optimistinnen
6.1. Wer half Leyla, wenn sie Heimweh bekam? - Kto pomógł Leyli, kiedy tęskniła za domem?
A. Ihr Chef. - Jej szef.
B. Ihre Eltern. - Jej rodzice.
C. Eine türkische Freundin. - Jej przyjaciółka z Turcji.
D. Eine deutsche Arbeitskollegin. - Jej niemiecka koleżanka z pracy.
Uzasadnienie: „Die türkischen Freundinnen sind weit weg, ihrem strengen Chef will sie keine Schwäche zeigen. Birgit, eine deutsche Kollegin, mit der sie zusammenarbeitet, nimmt sie dann in den Arm.” - Jej tureccy przyjaciele są daleko, a ona nie chce okazywać słabości swojemu surowemu szefowi. Birgit, niemiecka koleżanka, z którą pracuje, wtedy ją obejmuje.
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